Hurricane "Upgrade"

Einige Schwebetests habe ich bisher absolviert und bei jeder Nachflugkontrolle sehe
ich diese Ansicht:



Dabei gefällt mir die Akkuposition und die des Motorreglers immer weniger. Was dem
Hurri fehlt, ist ein vernünftiger Akkuschacht. Eine, der gängigen Bauweisen sind
geteilte Seitenplatten mit unterschiedlichen Breiten. Das Unterteil des Chassis wird
mit Distanzbolzen auf die notwendige Breite gebracht. So auch bei der Carbon-Version
des H550. Leider haben die GAUI Konstrukteure die Position der Servos beibehalten,
weshalb sich meine Begeisterung in Grenzen hält. Das untere Roll-Servo ist an dieser
Stelle "im Weg".

In meinem früheren Leben habe ich gelernt, dass ich meistens nicht der erste Mensch bin,
der darüber nachdenkt wie man eine Verbesserung erreicht, egal um was es sich handelt.

Suchmaschinen und Modellbau-Foren sind eine sichere Quelle, zumindest für Hinweise.
Nach wenigen Stunden stoße ich auf Beschreibungen von umgebauten Hurricane's auf
der Basis eines "Upgrade-Kits" der Fa. "ROTORWORKZ" im Vertrieb von "heli-direct"
in Boston. Der obere Teil des Chassis entspricht exakt meinen Vorstellungen und nimmt
alle Teile auf, die die Mechanik eines Hubschraubers ausmachen.

Angeboten werden drei Versionen, die sich nur im Material und Preis unterscheiden.
Die billigste kostet ca. 125 USD und verwendet keine Carbonplatten sondern G12. Ich
beschließe, dass das für mich gut genug ist und bestelle am Sonntag, 18.5.08 den FCS
(Frame Conversion Kit) einschließlich fertig lackierter GFK-Haube.
Eine günstige Einkaufsquelle wenn man von Versand, deutscher Mehrwertsteuer
und 4,6% Einfuhrzoll absieht, denn dafür werden ca. 70€ fällig bei einem Warenwert von etwa
125 €.

Der Probeaufbau, ohne Lager und Schraubensicherung gelingt mit der bebilderten Bau-
anleitung (download bei rotorworkz.com ) fast problemlos. Lediglich die Gewindetiefe der
Distanzhülsen muss vergrößert werden und die Schlitze für die Querplatten wollen auch ein
wenig nachgefummelt werden. Die Aluminiumteile sind sauber gefertigt und passgenau.
Alle Teile sind "sortenrein" in Tüten verpackt.

Ziel meines Umbau ist, für das a123 7S-Akkupack eine ebene Auflagefläche zu bekommen
und die Befestigung zu vereinfachen. Allerdings gelingt das mit den Original FCS-Unterteilen
nicht und ich beschließe einen Eigenbau.
Nach einigen Versuchen sieht das H550 Chassis nun so aus:



Mit den "krummen" Maßen muss man leben! Die Zeichnung ist um die X-Achse gespiegelt.

Weil meine CNC-Fräse nur einen Arbeitsraum von 150x110mm hat muss ich auf "zweimal"
bohren und fräsen und das Werkstück um 85mm in X verschieben. Die Konturen sind
für einen 3mm HM-Fräser konstruiert, die im FILOU umgesetzt werden. Den Nullpunkt
habe ich mit einem Endmaß 10x80 im Schraubstock abgetastet und um -10mm korregiert.

Die Landekufen sind um 10mm nach hinten gerückt, die Höhe ist um 5mm gewachsen, um
genügend Einbauraum für den Akku zu bekommen.

Die Akkuauflage ist der GFK-Haube in der Breite angepasst, und an das Kufengestell angeschraubt.


Eine wichtige Änderung ist die Befestigung der Rollservos innerhalb des Chassisoberteiles.
Das reduziert die Breite so, dass die Servo-Scheiben nicht an der Haube streifen.
Dazu müssen die M2-Einpressmutter von außen eingebaut werden und die Servos vor dem
Zusammenbau der Seitenteile montiert werden. Leider wird der Servo-Wechsel zur "Schrauberei".

Die Original-Hauben-Halterung ist für die GFK-Version zu kurz. Etwas längere Stehbolzen sind
aber aus Alu rasch gedreht.

Nun hat alles seinen Platz, der Schwerpunkt stimmt und die Kabel sind innerhalb des Chassis verlegt.



Mit der fertig lackiert gelieferten Haube:



Und erweitertem Ausschnitt :

Das gefällt!

Winfried Steinhart im Juli 2008